Die digitale Transformation schreitet voran: Deep Learning, Künstliche Intelligenz, Virtuelle Welten, egal in welche Branche man reinschnuppert, diese Themen bestimmen die Diskussionen, Möglichkeiten und Befürchtungen. Gleichzeitig wundert man sich an mehr als einer Stelle über das tatsächliche Technik-Erleben.

Vom Grad der Diskussion her verblüfft es geradezu, dass die „Matrix“ noch nicht Realität ist. Stattdessen schlägt man sich mit Updates, Akkuproblemen, Inkompatibilitäten etc. herum, vom Datenschutz einmal ganz zu schweigen. Offensichtlich existiert (noch) eine relevante Diskrepanz zwischen Diskussion und gelebter Realität.

Ähnlich Verwirrendes findet auch in der Marktforschung statt. Diesen Eindruck kann man zumindest gewinnen, wenn man sich in einem Online-Panel anmeldet (by the way: Wie viele Marktforscher sind eigentlich in den Online Panels ;-)).

Die inhaltliche Qualität der dort ausgelieferten Fragebögen soll gar nicht Bestandteil der Kritik sein, dafür aber die technische. Es ist schier unglaublich, wie schlecht Fragen dargestellt sind, obwohl aktuelle Fragebogentechnologien (selbst bei den einfachen Instrumenten) gute Lösungen liefern.

„Mobile first“ müsste als Richtlinie eigentlich schon fast „old school“ sein, aber nur wenige Fragebögen sind wirklich mobile-optimiert. Da werden weiterhin ellenlange Matrizen als Riesentabelle im Mini-Display des Smartphones angezeigt. Da reichen einfache Fragentexte deutlich über den Smartphone-Rand hinaus, da sind Schriften so klein, dass auch eine Lupe nichts mehr ausrichten kann. Und das scheint mir (wohlgemerkt bei begrenzter Stichprobe) kein Nischen- sondern ein Breitenproblem zu sein.

Woran liegt es, dass trotz all der „großen“ Möglichkeiten, so viele Mängel im Kleinen bestehen bleiben? Wie kommt es, dass über Datenqualität mit höchstem Erregungsgrad diskutiert wird, während elementare Dinge qualitativ hochwertiger Marktforschung schon fast egal erscheinen?

Jeder möge sich seine eigenen Antworten auf diese Fragen geben.

Sie können auf jeden Fall sicher sein, dass wir uns nicht nur der neuen Technologien sinnvoll bedienen, sondern auch über Qualität im elementarsten Sinne nachdenken und sie zur Basis unserer Arbeit gemacht haben.